Wo die Qualität stimmt und Arbeiten Freude macht

Am Stadtrand von Zug befindet sich das Geschäftshaus Prisma der Alfred Müller AG. Seit dem 1. April 2015 ist die Recommerce AG darin Mieterin. CEO Peter Oertlin ist stolz auf seine Firma, die auf der Online-Plattform verkaufen.ch Handys und Tablets an- und verkauft – und langsam den Startup-Schuhen entwächst. Er erzählt.

Es ist kalt an diesem Freitagmorgen Ende März. Nur langsam verzieht sich der Nebel rund um Steinhausen im Kanton Zug und gibt die Sicht auf die umliegenden Berge frei. Zeit, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen, habe ich allerdings nicht. Die Arbeit ruft. Sie fasziniert mich jeden Tag aufs Neue, denn das Konzept von Recommerce bietet grosses Potenzial: Über die Ankaufsplattform verkaufen.ch können Besitzer ihre gebrauchten elektronischen Geräte ganz einfach verkaufen. Das Geschäftsmodell gewinnt in der Schweiz so stark an Kunden und Aufmerksamkeit, dass wir wenige Jahre nach der Gründung schon expandieren und in unsere Marke investieren können. Zum Beispiel dadurch, dass wir seit September 2017 die bestehende Fläche von 337 Quadratmetern im Untergeschoss um 92 Quadratmeter erweitert haben. Das Erdgeschoss des Gebäudes wurde von der Alfred Müller AG für die gewerbliche Nutzung konzipiert, während die oberen Geschosse als Dienstleistungs- und Büroflächen vorgesehen sind. Genau diese Kombination aus Büro und Werkstatt haben wir 2015 gesucht, als unsere Räumlichkeiten in Rotkreuz zu klein wurden und wir nach neuen Ausschau hielten.

Mit Laufkundschaft haben wir anfangs nicht gerechnet, immerhin spielt sich unser Geschäft hauptsächlich online ab. Heute besuchen uns dennoch jeden Tag rund 20 Kunden – eine Entwicklung, die sich zufällig ergeben hat. Vielleicht liegt es daran, dass das Gebiet gut erschlossen ist: Der Autobahnanschluss Zug-West befindet sich nur wenige Fahrminuten entfernt, und die Bahn-Haltestellen Rigi- und Alpenblick wie auch diverse Sport-, Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten können bequem zu Fuss erreicht werden. Auch die Parkplatzsituation ist dank dem Pool-System optimal. Vor kurzem haben wir den Eingangsbereich unserer Büros im 1. OG neu gestaltet. Mir gefällt die helle und freundliche Empfangszone. Als Vertriebspartner von Apple, Samsung und Sunrise müssen wir schliesslich repräsentativ sein.

Im Geschäftshaus Prisma in Cham gibt es einen vielfältigen Mix an unterschiedlichen Flächen. Die Kombination von gewerblichen Räumen und Büros war für die Recommerce AG optimal.

Fortschritt erfordert neue Kompetenzen

Wer ein Startup gründet, lernt jeden Tag dazu. Auch ich, trotz meiner Erfahrung als ehemaliger Geschäftsführer des Internet-auktionshauses Ricardo. Ich kenne den Online-Handel mit gebrauchten Gegenständen wie meine Westentasche, habe Ricardo zwischen 2000 und 2008 auf- und die Crew von 4 auf 160 Mitarbeitende ausgebaut. Trotzdem mussten mein damaliger Mitgründer Rouven Küng und ich relativ rasch erkennen, dass man ohne Techniker keine gebrauchten Handys verkaufen kann. Dafür tat sich, nachdem wir die Techniker an Bord hatten, dank ihrem Wissen ein neues Geschäftsfeld auf, nämlich der Reparaturservice. Auch technologisch haben wir nie ausgelernt: Das Teuerste an einem Handy ist die Platine. Die wird zerstört, wenn sie mit Wasser in Berührung kommt. Deshalb sind Handys der neusten Generation zum Schutz vor Wasser geklebt und nicht wie bisher geschraubt. Ein wichtiges Detail, denn wer hört im Badezimmer nicht schon gern Musik – und setzt so sein Handy ungewollt Feuchtigkeit aus? Entsprechend mussten wir uns neue Kompetenzen zulegen und auch Geräte für die Reparatur von geklebten Handys. Solche Kompetenzen erlangen unsere Techniker in wiederkehrenden Schulungen von Apple und Samsung, die für Vertriebspartner Pflicht sind.

Mit den angemieteten Räumlichkeiten und den Dienstleistungen der Alfred Müller AG sind wir rundum zufrieden.

Peter Oertlin, CEO Recommerce AG

Ein Businessmodell mit grossem Potenzial

Der gesamte Recommerce-Markt, also der Handel mit gebrauchten Geräten, steht noch am Anfang. Was bei Autos üblich ist, macht im Elektronikbereich erst langsam Schule. Dabei ist das Geschäftsmodell nur schon aus ökologischer Sicht sinnvoll. Die Reduktion an CO₂-Emissionen, die wir dank unserem Business erzielen, ist erheblich. Genau aus diesem Grund haben wir vom Technologiefonds der Eidgenossenschaft im Rahmen der letzten Finanzierungsrunde eine Bürgschaft erhalten. Und weil immer mehr Menschen erkennen, dass es nicht immer das neuste Gerät sein muss, wächst dieser Markt schneller als der mit neuen Produkten.

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe

Der Kontakt zu unserer Vermieterin, der Alfred Müller AG, ist nicht intensiv. Aber wenn etwas ansteht, finden wir immer eine unkomplizierte Lösung. So geschehen beim Einzug vor drei Jahren, als es um den Ausbau der Büros ging. In Abstimmung mit der Alfred Müller AG konnten wir die Räumlichkeiten nach unseren Wünschen gestalten, und die Investitionen für den Ausbau wurden von der Vermieterin vorfinanziert. Diese Investitionskosten bezahlen wir mit Umlage auf die Miete zurück. Dies hat den Vorteil, dass wir unser Kapital nicht in Immobilien investieren müssen, sondern für unsere Geschäftsidee einsetzen können.