Sie spielen es uns nicht vor. Guido und Hanny Mettenleiter haben es geschafft, und sie sind mehr als zufrieden, mit ihrer Eigentumswohnung das grosse Los gezogen zu haben. Ihr neues Zuhause befindet sich in einem der elfgeschossigen Wohnhochhäuser der neuen, von der Alfred Müller AG realisierten Siedlung Feldpark unweit des Bahnhofs Zug. Hier weht eine Brise Manhattan durch die immer noch kleinstädtisch geprägte Stadt Zug. Die Gebäudehöhe von rund 35 Metern ist jedoch nicht dem Platzmangel einer Metropole geschuldet, sondern wurde durch einen Sondernutzungsplan ermöglicht. Das Resultat ist ein Mix aus je vier präzis platzierten Hochhäusern und fünfgeschossigen Zeilenbauten, der vielen Bewohnern eine Weitsicht ermöglicht.

Das Wohn-/Esszimmer mit offener Küche verschmilzt dank der vollflächigen Fensterverglasung mit der umlaufenden Terrasse. Dadurch entsteht ein grosser Wohnraum, der dazu einlädt, ins Freie zu treten. Mit dem Balkon der Extraklasse mit freier Sicht nach Süden wie Osten freunden sich die Bewohner schnell an. Ledersofa und Glastischchen bei Mettenleiters zeugen davon. «Wir beide sind nicht schwindelfrei, aber wir haben uns schnell daran gewöhnt», sagen sie und sind auch ein wenig stolz auf das Ozeandampfer-Feeling hier oben im 8. Stock.

 

Wir beide sind nicht schwindelfrei, aber wir haben uns schnell ans zusätzliche Wohnzimmer im Freien gewöhnt.

Guido und Hanny Mettenleiter teilen ihr Wohnglück gerne mit Freunden und Bekannten, die zu Besuch kommen. «Wenn sie in der Strassenschlucht den Hauseingang suchen, ahnen sie nicht, was sie erwartet. Wenn sie dann zum ersten Mal auf den Balkon treten, fällt ihnen die Kinnlade runter», so Guido Mettenleiter. Seine Ehefrau geniesst die Aussicht zu jeder Tageszeit und kann von der Fernsicht nicht genug bekommen: «Ich brauche Luft, Licht, Weite, Grosszügigkeit. Hier oben ist es wie im Kino. Man sieht von weitem die Wetterwand kommen.» Allerdings ist der grosszügige Freisitz in den oberen Geschossen nicht ganzjährig geniessbar. «Im Sommer ist es angenehm, aber im Frühling windet es hier immer.»

Guido Mettenleiter ist Geschäftsführer eines kiesabbauenden Unternehmens: «Man fragte mich an, ob ich über das offizielle Pensionierungsalter hinaus arbeiten möchte. Solange der Spassfaktor da ist, zögere ich den Ruhestand hinaus.»

Nachbarschaft pflegen

Acht Etagen über der Stadt Zug pflegen und gestalten zwei, die sich gefunden haben, ganz bewusst das gute Leben. Hanny Mettenleiter arbeitet Teilzeit im nahe gelegenen Fitnesspark: «Es ist einfach Lebensqualität, dass ich zu Fuss zur Arbeit gehen kann.» Zweimal die Woche hat sie Frühschicht im Fitnesscenter, die um 6.30 Uhr beginnt. Dann begleitet Guido Mettenleiter seine Frau dorthin: «Für mich ist das eine gute Gelegenheit, mein Morgentraining zu absolvieren, bevor ich zur Arbeit fahre.» Der diplomierte Experte für Rechnungslegung und Controlling ist seit vielen Jahren Geschäftsführer eines kiesabbauenden Unternehmens in der Region. «Man fragte mich an, ob ich über das offizielle Pensionierungsalter hinaus arbeiten möchte. Solange der Spassfaktor da ist, zögere ich den Ruhestand hinaus.»
Die Eigentumswohnung im Feldpark ist nicht das erste Eigenheim, welches das Ehepaar erworben hat: «Wir konnten von der Wertsteigerung des früheren Objekts profitieren. Das hat uns geholfen, eine gute Eigenfinanzierung für die jetzige Wohnung zu bekommen.» Ihr neues Zuhause haben die Eigentümer nach ihren Wünschen ausgebaut. So wurde eine Wand herausgebrochen, um Tageslicht ins grosszügig ausgestattete Bad/WC zu bringen.

Hanny Mettenleiter: «Ich bin einfach gerne in dieser Wohnküche. Früher waren Grundrisse so ­konzipiert, dass man als Köchin in eine geschlossene Küche ­verbannt war. Hier kann ich mich mit Gästen austauschen.»

 

Einmal im Jahr machen wir eine Hausparty. Da kommen eigentlich immer alle.

Guido Mettenleiters Leidenschaft ist das Sammeln edler Tropfen; ein gutes Glas Rotwein muss abends einfach sein. Der Rebensaft war auch schon Türöffner für neue Freundschaften: «Wir waren jüngst im 4. Obergeschoss bei einem jungen Paar eingeladen, und dies nur, weil Guido im Lift mit dem Nachbarn leidenschaftlich über Wein diskutierte», erzählt Hanny Mettenleiter. Überhaupt sind Einladungen im Feldpark 21 nicht selten. Im Hause gebe es ein gutes Einvernehmen unter den Nachbarn, so Hanny Mettenleiter. «Einmal im Jahr machen wir eine Hausparty. Da kommen eigentlich immer alle.»

Sich engagieren fürs Haus

Guido Mettenleiter hat bei den Nachbarn Pluspunkte gesammelt, als er nach einem Vorfall viele Eigentümer überzeugen konnte, ihre Wohnungstüren mit einer einbruchhemmenden Türsicherung auszurüsten. Seit einem Jahr ist er Eigentümer-Vertreter des Hauses. Zu diesem Amt kam er während einer Eigentümer-Versammlung wie die Jungfrau zum Kinde: «Ich drängte mich wirklich nicht vor», sagt er mit einem Schmunzeln. «Da hat einer einfach meinen Namen gerufen, die andern beklatschten diesen Vorschlag, und schon hatte ich den neuen Job.» Hanny Mettenleiter geht gerne auf die Leute im Haus zu und sorgt mit feinen Gesten für ein gutes Miteinander: «Jedes Mal, wenn ich von einem Paar erfahre, dass es ein Baby bekommen hat, gehe ich mit einem kleinen Geschenk zu Besuch. Ich finde, das gehört sich einfach.»

Ohne gute Gesprächskultur wären komplexere Themen innerhalb der Stockwerkeigentümergemeinschaft nicht zu bewältigen, davon sind beide überzeugt. «Man muss manchmal auch Unangenehmes regeln. Wir haben an der letzten Eigentümerversammlung beschlossen, den Erneuerungsfonds innert 20 Jahren in der Höhe des Gebäudewerts zu äufnen. Das ist nicht günstig. Aber niemand hat sich dagegen aufgelehnt.»


Fotos: Alfons Gut